Serie Wirkung von Innovationen (2/6): Alzheimer
Durch die steigende Lebenserwartung und die älter werdenden geburtenstarken Jahrgänge nimmt die gesellschaftliche Bedeutung von Alzheimer weiter zu. Wird keine deutliche Verbesserung in der Behandlung erreicht, kann in den nächsten Jahrzehnten von einer Verdoppelung der Patienten ausgegangen werden. Heute sind hierzulande rund 80’000 bis 100’000 Menschen an Alzheimer erkrankt.
Die Alzheimer-Krankheit ist eine Form der Demenz, die zu einer zunehmenden Schädigung bestimmter Nervenzellen im Gehirn führt. Alzheimer kann bisher nicht geheilt werden. Heutige Behandlungen können jedoch die Beschwerden lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Neben der nicht-medikamentösen Therapie und der begleitenden Gabe von Neuroleptika und Antidepressiva gibt es derzeit vier zugelassene Antidementiva. Der Verlauf der Krankheit kann derzeit um durchschnittlich ein Jahr hinausgezögert werden.
Innovation: Beta-Amyloid-Hypothese
Im Hirn von Alzheimerpatienten finden sich Ablagerungen des Eiweisses Beta-Amyloid. Diese verklumpen zunehmend und bilden Plaques, die das Gehirn schädigen (Beta-Amyloid-Hypothese). Die Forschungsanstrengungen der letzten Jahrzehnte gingen dahin, Medikamente zu entwickeln, die das Entstehen der Ablagerungen verhindern oder bestehende Plaques entfernen. Allerdings hat es noch kein Medikament zur Zulassung geschafft. Mehr Informationen zu Alzheimer und die erhoffte Wirkung der neuen Arzneimittel auf die gesellschaftlichen Kosten finden Sie auf dem Faktenblatt zu Alzheimer.

Abbildung: Erhoffte Wirkung der Innovation auf die Krankheitskosten von Alzheimer
Quelle: Polynomics, 2020