Die Schweiz, ein Land ohne natürliche Rohstoffe, hat sich ihren Wohlstand hart erarbeiten müssen. Unser wichtigster Rohstoff ist unser geistiges Eigentum, das Wissen. Mit dem heutigen Trend zur Informations- und Wissensgesellschaft nimmt die Bedeutung der Forschung in der Schweiz noch zu.
Die weltweite Beachtung der Schweizer Forschung ist in den Jahren 1981 bis 2006 deutlich gestiegen. Insbesondere beim sogenannten Impact ihrer Forschungsarbeiten hat sich die Schweiz stark verbessert. Der Impact ist ein Mass für die Beachtung von wissenschaftlichen Publikationen und gilt deshalb auch als Qualitätszeichen. Wie die bibliometrische Untersuchung zur Forschung in der Schweiz des Staatssekretariats für Bildung und Forschung zeigt, werden Schweizer Publikationen ausserordentlich oft zitiert und finden in der Forschungsgemeinde überdurchschnittliche Beachtung. Die Zitationsrate der Schweizer Publikationen von 2.1 Prozent liegt deutlich über dem Anteil der Schweiz am weltweiten Publikationsaufkommen von 1.5 Prozent. Ihre exzellente Stellung verdankt die Schweiz ihren Leistungen vor allem in den drei Fachbereichen Naturwissenschaften, Technische Wissenschaften und Medizin. Seit den 1990er-Jahren gehört die Schweiz in diesen drei Fachbereichen zu den drei jeweils bestplatzierten Ländern.
Gemäss einer Studie des Zentrums für Wissenschafts- und Technologiestudien (CEST) erfahren Schweizer Arbeiten aus den Disziplinen Life Sciences sowie Physik, Chemie und Erdwissenschaften in der Fachliteratur eine überdurchschnittliche Beachtung. Im Forschungsfeld Ingenieurwissenschaft, Informatik und Technologie nimmt die Schweiz gar den Spitzenplatz ein.
Die Schweiz hat das Potenzial, in der biologisch-medizinischen Forschung (Life Sciences) auch weiterhin in der ersten Liga mitzuspielen. Dies bedingt aber auch künftig ein forschungs- und innovationsfreundliches Umfeld. Dazu gehört insbesondere der Patentschutz, ohne den Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht getätigt würden. Ein weiterer wesentlicher Teil eines guten Umfelds ist eine Gesetzgebung, die Leitplanken setzt und Missbräuche verhindert, ohne viel versprechende Entwicklungen in der Forschung zu verhindern.
Einen wesentlichen Beitrag zum Forschungsplatz leisten die forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz mit ihrer eigenen Forschung. In der Schweiz sind rund 6000 Forscherinnen und Forscher im Bereich der Pharmaforschung beschäftigt und arbeiten an der Entwicklung neuer, besserer und sicherer Medikamente. Bereits heute bestehen Kooperationen zwischen Forschern in den Hochschulen und in der Industrie. Das Potential der Schweizer Forschung kann jedoch noch gesteigert werden, wenn Investitionen und Kooperationen verstärkt werden. Um die Stärke des Forschungsplatzes Schweiz zu erhalten und auszubauen, sind in Zukunft vermehrte Anstrengungen notwendig.