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frühere Medienmitteilungen

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Inhalt

 20/06/2010  Pharmaindustrie setzt neue Massstäbe beim Schutz von Labortieren  
 17/02/2010  Ausgaben für Medikamente sind stabil  
 09/02/2010  Nachwuchs in den Naturwissenschaften muss gefördert werden  
 01/02/2010  Pharmaindustrie begrüsst Verfassungsartikel über die Forschung am
 Menschen
 
 22/01/2010  Medikamentenmarkt 2009: Preissenkungen bewirken geringes Wachstum  
 16/11/2009  Krankenversicherer und Pharmaindustrie präsentieren erstmals
 gemeinsam einen Medikamenten-Auslandpreisvergleich
 
 30/10/2009  Die Pharmaindustrie ist eine bedeutende Stütze in der Rezession  
 25/08/2009  Pharmaindustrie: Motor des schweizerischen Wirtschaftswachstums  
 29/06/2009  Breite Akzeptanz von Masern-Impfungen  
 28/05/2009  Interpharma: Roland Schlumpf neuer Kommunikationsverantwortlicher  
 19/03/2009  Medikamentenpreise: Interpharma fordert einen runden Tisch  
 14/11/2008  Pharmaindustrie fordert auf Innovation fokussierte Wirtschaftspolitik  


20. Juni 2010

Pharmaindustrie setzt neue Massstäbe beim Schutz von Labortieren

Die global forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz setzen neue Massstäbe bei Tierversuchen. In einer Charta verpflichten sie sich, die Bedingungen bei Tierversuchen und den Schutz der Labortiere weiter zu verbessern. Ziel ist, möglichst viele Tierversuche zu ersetzen, die Zahl der Versuchstiere möglichst gering zu halten und deren Belastung zu verringern. Die Bemühungen und Zielsetzungen gelten weltweit und sollen auch für Partnerorganisationen verbindlich sein, die im Auftrag der Pharmaindustrie Tierversuche durchführen.

Die Tierschutzgesetzgebung der Schweiz zählt weltweit zu den strengsten und im Bereich Tierversuche und Tierhaltung erfüllt die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz bereits heute höchste Standards. Die dem Branchenverband Interpharma angeschlossenen Unternehmen,wollen aber den Schutz der Labortiere in ihrem Einflussbereich weltweit verbessern und ausbauen. Darauf haben sie sich vergangene Woche in einer 10-Punkte-Charta verpflichtet.

In erster Linie wollen Novartis, Roche, Merck Serono, Actelion, Bayer Schering Pharma Schweiz sowie Cilag und Vifor noch mehr Tierversuche durch andere Methoden ersetzen, die Zahl der Versuchstiere so gering wie möglich halten und die Belastung der Tiere vor, während und nach ihrem Einsatz weiter verringern. Dafür wollen die Unternehmen unter anderem die Aus- und Weiterbildung sowie das Training der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und fördern.

Die zusätzlichen Anstrengungen verlangt die Pharmaindustrie auch von jenen Unternehmen, die in ihrem Auftrag Tiere halten oder Tierversuche durchführen. Und bei all dem wollen sich die Unternehmen auch messen und kontrollieren lassen. Sie versprechen strenge interne Auditverfahren, auch bei Partnerfirmen im Bereich Tierversuche, und die Einhaltung der vereinbarten Schutzstandards auf globaler Ebene. Ebenso verpflichten sich die Unternehmen, die Entwicklung von Bewertungsverfahren und die Inspektion ihrer Betriebe weltweit durch unabhängige externe Stellen zu fördern. Weiter wollen sie den Dialog mit der Öffentlichkeit über die Forschung an und mit Tieren und den Tierschutz pflegen und verstärken. Die Unterzeichner der Charta werden über die Fortschritte im Bereich Tierversuche jährlich Rechenschaft ablegen.

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17. Februar 2010 
  
Ausgaben für Medikamente sind stabil

Der Trend eines verlangsamten Wachstums der Gesundheitskosten hat sich 2007 nicht fortgesetzt. Die Gesundheitskosten stiegen gegenüber 2006 um 4.6 Prozent auf 55.2 Milliarden Franken. Die stationäre Behandlung macht mit 45.6 Prozent den grössten Anteil aus. Der Anteil der Medikamente hat sich mit 10.3 Prozent der Gesundheitskosten auf tiefem Niveau stabilisiert. Verschiedene Sparmassnahmen haben dazu geführt, dass der Index der Medikamentenpreise deutlich sank. Diese und weitere Informationen finden Sie in der 29. Auflage des statistischen Standardwerks «Gesundheitswesen Schweiz 2009/10».

Die Gesundheitskosten sind 2007 deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren. Damit setzt sich der Trend eines verlangsamten Kostenwachstums der letzten Jahre nicht fort. Am stärksten gewachsen sind mit 5.8 Prozent die Krankenhauskosten. Der grösste Anteil an den Gesundheitskosten macht mit 45.6 Prozent die stationäre Behandlung aus. Der Anteil der Medikamente hat sich mit 10.3 Prozent der Gesundheitskosten auf tiefem Niveau stabilisiert. Verschiedene Sparmassnahmen haben dazu geführt, dass der Index der Medikamentenpreise deutlich sank. Anfang Juli 2009 hat der Bundesrat weitere Sofortmassnahmen im Arzneimittelbereich beschlossen, mit denen die Kosten in der Krankenversicherung gesenkt werden sollen. Obwohl die hohen Kosten des Gesundheitswesens zu Klagen Anlass geben und als Belastung wahrgenommen werden, wünschen sich die Schweizerinnen und Schweizer ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen. Der ungehinderte Zugang zu neuen Medikamenten und Behandlungsformen ist der Bevölkerung wichtig.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz konsultieren im Durchschnitt rund viermal pro Jahr einen Arzt. In Japan, Tschechien oder der Slowakei ist dieser Wert höher, hier suchen die Einwohner durchschnittlich zehnmal pro Jahr einen Arzt auf. Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 82 Millionen Diagnosen gestellt, wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von psychischen Erkrankungen, am häufigsten diagnostiziert wurden. Die Hälfte der Behandlungen wurde mithilfe von Medikamenten, die andere Hälfte ohne Arzneimittel durchgeführt.

Zunahme von chronischen Krankheiten
Während bis ins 19. Jahrhundert Infektionen die Hauptursache für Erkrankungen und Tod waren, sind heute Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der nicht übertragbaren chronischen Krankheiten zugenommen. Alterstypische Erkrankungen wie beispielsweise Demenz, Arthrose, Diabetes Typ II oder chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates werden aufgrund der höheren Lebenserwartung weiter zunehmen. In der Schweiz leben heute rund 100 000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz, wobei nur ein Drittel der Fälle diagnostiziert wird. Alzheimer kann noch nicht geheilt werden, dank Medikamenten kann das Fortschreiten der Krankheit aber verlangsamt werden.

Weitere Informationen und die grafischen Darstellungen aus der Publikation «Gesundheitswesen Schweiz» sind auf der Interpharma-Website unter «Fakten und Statistiken» zu finden. Die Broschüre kann als Publikation oder als CD-ROM gratis bezogen werden. Damit die Daten möglichst lange aktuell sind, erscheint das «Graue Büchlein» neu Anfang Jahr.

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9. Februar 2010 

Nachwuchs in den Naturwissenschaften muss gefördert werden

Die Schweiz und insbesondere die Region Basel sind heute dank dem Nebeneinander von grossen multinationalen Unternehmen, KMUs, Start-up-Firmen und der Hochschule ein erfolgreicher Life-Sciences-Standort. Damit dies so bleibt, ist die Pharmabranche auf gute Forscherinnen und Forscher und qualifizierte Berufsleute angewiesen. Doch es mangelt an Nachwuchs. Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, engagiert sich seit mehreren Jahren für die Nachwuchsförderung und hat in diesem Zusammenhang das neue Lehrmittel «Deine Karriere in den Life Sciences» konzipiert.

Pro Jahr investieren die forschenden pharmazeutischen Unternehmen über fünf Milliarden Franken in die hiesige Forschung und Entwicklung und sind direkt und indirekt für eine Wertschöpfung von beinahe 27 Milliarden Franken verantwortlich. Die Pharmabranche ist auf gute Forscherinnen und Forscher sowie qualifizierte Berufsleute angewiesen, denn der Erfolg der Pharmabranche im multinationalen Umfeld beruht auf der Innovationskraft ihrer Mitarbeiter. In der Schweiz mangelt es jedoch an qualifiziertem Nachwuchs für naturwissenschaftliche Berufe.

Nur jeder Fünfte wählt ein naturwissenschaftliches Studium
Während sich die Zahl der Studierenden in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt hat, hat die Zahl der Studierenden der Naturwissenschaften auf tiefem Niveau stagniert. Nur jeder fünfte Studierende entschied sich 2009 für ein naturwissenschaftliches Studium (exakte Naturwissenschaften, Medizin, Pharmazie und Gesundheit) und nur zehn Prozent aller Schweizer Hochschulabsolventen sind Naturwissenschaftler. Mit der rückläufigen Zahl an Schulabgängern wird sich das Problem verschärfen.

Ein Grund für den Nachwuchsmangel ist die schwache Stellung der naturwissenschaftlichen Fächer in den Lehrplänen der Schweizer Schulen, zudem gibt es für naturwissenschaftlich interessierte Schüler nicht genügend Angebote. Hinzu kommt, dass Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten von Naturwissenschaftlern in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt sind.

Vorbilder bekannt machen
Um die Innovationskraft der Schweiz für die Zukunft zu stärken, müssen Naturwissenschaften wieder einen stärkeren Platz in den Lehrplänen auf allen Schulstufen einnehmen und es braucht eine gezielte Förderung und Weiterbildung der Lehrkräfte. Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, engagiert sich seit mehreren Jahren für die Nachwuchsförderung und unterstützt Institutionen und Lehrkräfte. In diesem Zusammenhang hat Interpharma das neue Lehrmittel «Deine Karriere in den Life Sciences» konzipiert, das anhand von zehn Porträts Einblick in die Life Sciences gibt und so bei Schülerinnen und Schülern Vorbilder bekannt machen soll. An der Medienkonferenz anlässlich der tunBasel wurde heute dieses Lehrmittel vorgestellt und Martine Clozel, Wissenschaftliche Leiterin und Mitbegründerin der Allschwiler Biotechfirma Actelion, beantwortete Fragen zur Bedeutung des «einheimischen» Nachwuchses für die Pharmaunternehmen. «Für mich ist die medizinische Forschung das Interessanteste auf der Welt. Wir betreten hier Pfade, die noch niemand gegangen ist, und können helfen, das Leben vieler Menschen zu verbessern. Wo sonst bekommt man diese Chance?», sagte Martine Clozel. 

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1. Februar 2010 

Pharmaindustrie begrüsst den Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen

Abstimmungen vom 7. März 2010

Interpharma als Verband der forschenden pharmazeutischen Industrie begrüsst den Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen. Er schützt die Würde und die Persönlichkeit des Menschen in der Forschung. Gleichzeitig wird mit dem Verfassungsartikel die Bedeutung der Forschung anerkannt. Diese ist zentral für den medizinischen Fortschritt. Neue Erkenntnisse helfen, Krankheiten besser zu erkennen, zu heilen oder gar zu verhindern.

Der Verfassungsartikel schafft die Voraussetzung für eine landesweit einheitliche Regelung der gesamten Forschung am Menschen durch den Bund. Dies ist im Interesse eines innovationsfreundlichen Umfelds und des hohen Niveaus biologisch-medizinischer Forschung in der Schweiz zu begrüssen. Die forschende pharmazeutische Industrie unterstützt ausdrücklich die explizite Nennung der wichtigsten Grundsätze einer verantwortungsvollen Forschung am Menschen auf Verfassungsstufe. Zentrales Element sind die individuelle Einwilligung nach hinreichender Aufklärung und der besondere Schutz nicht urteilsfähiger Personen.

Die medizinische Forschung findet heute weitgehend in einem internationalen und vernetzten Rahmen statt. Der Forschungsplatz Schweiz ist dabei einer wachsenden Konkurrenz ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist zu beachten, dass das aus dem Verfassungsartikel hervorgehende Humanforschungsgesetz mit den weltweit geltenden Richtlinien harmonisiert wird und schweizerische Sonderlösungen vermieden werden.

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22. Januar 2010

Medikamentenmarkt 2009: Preissenkungen bewirken geringes Wachstum - für 2010 erstmals negatives Wachstum erwartet

Der Medikamentenmarkt Schweiz ist 2009 von CHF 4,73 Mia. um 3,4% auf CHF 4,89 Mia. gewachsen. 2008 hatte die Zunahme noch 5,5% betragen. Das geringere Wachstum ist auf weitere Preissenkungen sowohl für Originalmedikamente als auch Generika zurückzuführen. Die Generika legten im kassenzulässigen Markt als Folge einer geringeren Zahl von Patentabläufen nur noch 3,9% zu. Gemäss IMS Health wird der Medikamentenmarkt im laufenden Jahr erstmals schrumpfen - und zwar um 1% bis 3%.

Der Medikamentenmarkt Schweiz 2009 nahm gemäss einer Analyse von IMS Health im Vergleich zum Vorjahr von CHF 4,73 Mia. um 3,4% auf CHF 4,89 Mia. zu (Basis: Herstellerabgabepreis). Grund für das im Vergleich zum Vorjahr (+ 5,5%) geringere Wachstum sind die Preissenkungen für Originalmedikamente und Generika, die im Jahr 2009 kumulierte Einsparungen von über CHF 400 Mio. bewirkten. Am stärksten nahmen die Umsätze von gentechnisch hergestellten Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis, HIV-Medikamenten und Lipidregulatoren zu. Sie trugen zusammen mit knapp CHF 40 Mio. gegen die Hälfte zum Wachstum des rezeptpflichtigen Medikamentenmarktes bei. Die Entwicklung bei den Krebs- und HIV-Medikamenten sowie den Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis ist auch die wesentliche Ursache für die Ausweitung des Spitalmarktes um 6%. Die Menge verkaufter Medikamente im Gesamtmarkt nahm nur um 2,1% auf 204,4 Mio. Packungen zu.

Generika stärker im Spitalmarkt
Im Markt der kassenzulässigen Medikamente mit einem Volumen von CHF 3,90 Mia. (+ 5,1% im Vergleich zum Vorjahr) partizipierten die Generika mit CHF 449 Mio., 3,9% mehr als im Vorjahr (CHF 432 Mio.). Das stärkste Wachstum realisierten die Generika erneut im Absatzkanal der Spitäler mit 23% (Vorjahr: + 17,5%). Gleichzeitig verloren die Originale im generikafähigen Markt ein Umsatzvolumen von 14,1%. Diese Entwicklung zeigt, dass die Massnahmen des Bundesrats zur Förderung der Generika weiterhin wirken. Im Jahr 2009 wurden die Preise von 243 Generika gesenkt. Bei 143 Generika machten die Preissenkungen bis zu 15% aus, bei 51 zwischen 15 und 25% und bei 49 über 25%. Der Anteil der Generika im generikafähigen Gesamtmarkt beläuft sich auf 32,3% (Vorjahr: 32,0%), der durchschnittliche Substitutionsanteil auf rund 70%.

Negatives Wachstum zeichnet sich ab
Die Preisanpassungen seit 2005 sowohl für Originalmedikamente als auch für Generika bewirkten kumulierte Einsparungen von CHF 1,303 Mia. (Basis Herstellerabgabepreis). Es zeigt sich, dass die vom Bundesrat verordneten Preisanpassungen in den letzten Jahren nachhaltige Wirkung hatten und sich auch im laufenden Jahr auswirken werden. Gemäss Hochrechnung von IMS Health werden in diesem Jahr Einsparungen von rund CHF 400 Mio. resultieren. Entsprechend prognostiziert das Institut für 2010 für den Medikamentenmarkt Schweiz erstmals eine Negativwachstum von minus 1% bis minus 3%.

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16. November 2009

Krankenversicherer und Pharmaindustrie präsentieren erstmals gemeinsam einen Medikamenten-Auslandpreisvergleich und Vorschläge für tiefere Generikapreise
 
Erstmals haben Pharmaindustrie und Krankenkassen einen gemeinsamen Medikamenten-Preisvergleich durchgeführt. Der am Montag in Bern präsentierte Vergleich zeigt im Durchschnitt neun Prozent tiefere Preise bei den patentgeschützten Originalpräparaten in den Vergleichsländern. Mit einer Preisdifferenz von etwa fünfzig Prozent sind die Generika in der Schweiz deutlich teurer als im vergleichbaren Ausland. Pharmaindustrie und Krankenkassen schlagen ein neues Modell zur dynamischen Preisbildung der Generika vor, um das Einsparpotenzial besser auszuschöpfen.

Im Interesse der Versachlichung der Diskussion über die Medikamentenpreise haben die Krankenversicherungen (santésuisse) und die Branchenverbände der Pharmaindustrie (Interpharma und vips) erstmals gemeinsam einen Auslandpreisvergleich für Originalprodukte und Generika präsentiert. Demnach sind die 200 umsatzstärksten kassenpflichtigen Originalmedikamente in der Schweiz gegenüber dem aktuell gültigen Länderkorb (DE, DK, NL, UK, FR, AT) zu Ex-Factory-Preisen neun Prozent teurer. Dies entspricht einem Einsparpotential (ohne Margen) von rund CHF 210 Mio. Das a.o. Massnahmenpaket des Bundesrats im Medikamentenbereich sollte diese Differenz zu einem grossen Teil eliminieren.

Erheblich ist der Unterschied bei den Generika: Basierend auf den 98 umsatzstärksten Wirkstoffen kosten die Generika in der Schweiz zu Fabrikabgabepreisen rund doppelt so viel wie in den sechs westeuropäischen Vergleichsstaaten. Entsprechend signifikant ist das Einsparpotenzial auf einem bis zu 25 Prozent tieferen Preisniveau.

Mit einer Änderung der entsprechenden Verordnung soll dieses Einsparpotenzial auch bei den Generika besser ausgeschöpft werden. Kernelemente des Vorschlags, für den sich Krankenversicherung und Pharmaindustrie gemeinsam beim EDI / BAG einsetzen wollen, sind nach Umsatz differenzierte Preisabstandsregeln, die häufigere Preisüberprüfung in den Jahren nach Patentablauf und die Einführung eines höheren Selbstbehalts.

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30. Oktober 2009

Die Pharmaindustrie ist eine bedeutende Stütze in der Rezession

Als einzige wichtige exportorientierte Branche wächst die Pharmaindustrie auch in der gegenwärtigen Rezession und ist eine bedeutende Stütze der Schweizer Wirtschaft. Ihre Wertschöpfung erreicht einen Anteil von 5.4 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt und ihre Ausfuhren machen 27 Prozent der Schweizer Exporte aus. Die Produktivität der Pharmaindustrie ist dreimal so hoch wie jene der Gesamtwirtschaft. Dies zeigt eine Studie, welche Polynomics unter Mitarbeit von BAK Basel Economics im Auftrag von Interpharma erstellt hat.

Die Produktivität ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Internationale Studien zeigen, dass das Produktivitätswachstum der Schweizer Volkswirtschaft unterdurchschnittlich ist. Eine Ausnahme bildet die Pharmaindustrie, deren Produktivitätswachstum jenes der Gesamtwirtschaft seit Jahren deutlich übertrifft. Mit einer Stundenproduktivität von 215 Franken im Jahr 2008 liegt die Pharmaindustrie weit vor den traditionell starken Finanzdienstleistern (Banken mit 155 Franken, Versicherungen mit 158 Franken) und ist mehr als dreimal so produktiv wie die Gesamtwirtschaft (67 Franken). Hauptziel der schweizerischen Wachstumspolitik sei, die Arbeitsproduktivität zu steigern und die hohe Beschäftigung zu erhalten, erläuterte Prof. Aymo Brunetti, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), anlässlich der Präsentation der Studie.

Mit ihrem Beitrag zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit auch in der gegenwärtigen Rezession ist die Pharmaindustrie eine bedeutende Stütze der Schweizer Wirtschaft. Ihre Wertschöpfung erreicht einen Anteil von 5.4 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt und ihre Ausfuhren machen 27 Prozent der Schweizer Exporte aus. Heute trägt die Pharmaindustrie rund 26.8 Mia. CHF zur nationalen Wertschöpfung bei (davon 13.4 Mia. CHF direkt in der Branche). Dabei übersteigt das jährliche Wachstum zwischen 2000 und 2008 mit 11 Prozent jenes der Gesamtwirtschaft von 3 Prozent um ein Mehrfaches. Auch die Beschäftigung nimmt in der Pharmaindustrie weiter zu. So hingen im Jahr 2008 insgesamt 119 800 Arbeitsplätze an der Pharmaindustrie, wobei 35 400 Personen direkt bei den Pharmaunternehmen angestellt waren.

Es scheint, dass sich die Strukturbereinigungen der Pharmaindustrie in den 1990er-Jahren heute in Form höherer Wertschöpfung auszahlen. Im laufenden Jahrzehnt betrug der Anteil der pharmazeutischen Industrie am gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 27 Prozent über 7 Prozent. Mit dem positiven Wachstum der Bruttowertschöpfung fängt die Pharmaindustrie einen Teil der aktuellen Rezession in der Schweiz auf.

Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie, welche Polynomics unter Mitarbeit von BAK Basel Economics im Auftrag von Interpharma erstellt hat. Die Pharmaindustrie als wichtigste Exportbranche ist in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung noch immer nicht separat ausgewiesen. Die Studie von Polynomics schafft Abhilfe und enthält neue Daten über die Bedeutung der Pharmabranche für die Schweizer Volkswirtschaft. Sie wurde nach 2005 und 2007 bereits zum dritten Mal erstellt.

Die Studie ist als gedruckte Broschüre in Deutsch, Französisch und Englisch erhältlich und kann unter "Publikationen bestellen" kostenlos angefordert werden.

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25. August 2009

Pharmaindustrie: Motor des schweizerischen Wirtschaftswachstums

Die Exporte pharmazeutischer Produkte sind markant gestiegen und beliefen sich im letzten Jahr auf über 55 Milliarden Franken. Dies entspricht rund einem Viertel des gesamten Exportvolumens der Schweiz. Damit ist die Branche ein wichtiger Wachstumsmotor der Schweizer Wirtschaft. Diese und weitere Informationen finden sich in der 16. Auflage des statistischen Standardwerks «Pharma-Markt Schweiz».

Medikamente sind hochstehende Qualitätsprodukte, die 2008 eine ausgezeichnete Handelsbilanz erzielten. Die Exporte pharmazeutischer Produkte beliefen sich auf über 55 Milliarden Franken. Sie machten damit 77% des gesamten schweizerischen Chemieexportes oder rund ein Viertel des gesamten Exportvolumens der Schweiz aus. Der Exportüberschuss für pharmazeutische Produkte nahm im Vorjahresvergleich deutlich zu und betrug im Jahr 2008 31.6 Milliarden Franken. Damit ist die Schweiz europaweit das Land mit dem grössten Exportüberschuss pharmazeutischer Produkte. Die Schweiz ist aber nicht nur ein wichtiger Produktionsstandort, sondern auch ein bedeutender Forschungsstandort. Sechsmal mehr investieren die forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz in die Forschung und Entwicklung, als sie hier Umsatz erzielen. Auch im Innovationsbereich hat die Schweiz ihre Leistungen weiter verbessert und ist neu Europameisterin der Innovation, nachdem sie im Vorjahr noch den zweiten Platz belegt hat.

Tiefer Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten
Der Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten hat sich mit 10.3% auf tiefem Niveau stabilisiert. Die Schweizer Bevölkerung wendet im Durchschnitt nur gerade 1.7% des Einkommens für Medikamente auf, etwas weniger als für das Telefonieren. Den grössten Anteil an den Gesundheitskosten macht mit 45.9% die stationäre Behandlung aus. In fast allen OECD-Ländern fliessen über 10% der gesamten Gesundheitsausgaben in den Arzneimittelbereich. An der Spitze liegen Italien und Frankreich, wo der Anteil fast doppelt so hoch ist wie in der Schweiz und rund 20% der Gesundheitskosten ausmacht.

Weitere Informationen aus der Publikation «Pharma-Markt Schweiz 2009» sind unter «Fakten und Statistiken / Pharma-Markt Schweiz» zu finden. Die Broschüre kann als Publikation oder als CD-ROM gratis bezogen werden.

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29. Juni 2009

gfs-Gesundheitsmonitor 2009

Breite Akzeptanz von Masern-Impfungen

Eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer befürwortet die Masernimpfung. Auch die persönlichen Erfahrungen mit Impfungen im Kindesalter sind überwiegend positiv. Dennoch ­ wenn es darum geht, die Verantwortung für die Schutzimpfung der Kinder zuzuordnen, sind die Ansichten gespalten. Dies geht aus dem neuesten «gfs-Gesundheitsmonitor» von gfs.bern hervor. Der Repräsentativbefragung, die Claude Longchamp und sein Team zum 13. Mal für Interpharma erstellt haben, lässt sich weiter entnehmen, dass trotz Prämienlast das System der Krankenversicherung in seinen Grundzügen unbestritten ist. Der Leistungskatalog wird als ausreichend beurteilt. Einschränkungen in Bezug auf die freie Arztwahl oder den Zugang zu den bestmöglichen Therapien wollen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch weiterhin nicht hinnehmen. Abstriche an der Pharmaforschung oder beim Aufwand für Medikamente würden nur Minderheiten von 17 Prozent bzw. 24 Prozent unterstützen, schon eher sähen 57 Prozent der Befragten Sparpotenzial bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen.

Schweizerinnen und Schweizer befürworten mehrheitlich die Masernimpfung. Über die Masernerkrankung wissen sie recht gut Bescheid. 63 Prozent der Befragten wissen, dass Masern nicht harmlos und für Kinder tödlich sein können. Sie sind sich auch bewusst, dass es in der Schweiz nach wie vor Masernerkrankungen gibt. Nur jede dritte Person glaubt allerdings, dass Schweizer/-innen Masern ins Ausland verschleppen, und weiss nicht, dass die Impfungsrate in unserem Land unter dem Standard der WHO liegt. Die persönlichen Erfahrungen mit Impfungen im Kindesalter sind für 61 Prozent der Befragten uneingeschränkt positiv. Dennoch: Bei der Frage, wer für die Schutzimpfung der Kinder verantwortlich sein soll, sind die Ansichten gespalten. Für 36 Prozent ist dies klar Sache der Eltern, für 28 Prozent steht der Staat in der Pflicht.

Abwarten mit dem Arztbesuch
Schweizerinnen und Schweizer beurteilen ihren Gesundheitszustand seit einigen Jahren tendenziell als weniger gut. Auf die Frage: «Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich?» antworteten in der Befragung zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2009» 12 Prozent «schlecht». Vor zehn und mehr Jahren lag dieser Umfragewert regelmässig bei etwa 1 Prozent. Trotz dieser Entwicklung verringerte sich der Anteil der Stimmbürger/-innen, welche sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Nur 26 Prozent der Befragten hatten in den 12 Monaten vor dem Interview zur Behandlung einen Arzt aufgesucht. Noch neun Jahre zuvor lag der entsprechende Wert 17 Prozentpunkte höher. Es scheint, dass bei Beschwerden der erste Arztbesuch hinausgezögert wird. Ein Indiz dafür ist die Tatsache, dass 48 Prozent der Befragten in den letzten 12 Monaten nie in medizinischer Behandlung oder Kontrolle waren.

Kassenwechsel wegen Prämienlast im Trend
Dreizehn Jahre nach Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) haben 53 Prozent der Befragten einen «positiven» oder «eher positiven» Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz. Die Akzeptanz des KVG ist damit tiefer als im Vorjahr (68%), trotzdem wird der aktuelle Leistungskatalog in der Grundversicherung von 73 Prozent als ausreichend beurteilt, dies ist ein Spitzenwert. Entsprechend gibt es weniger Forderungen, Neues in die Grundversicherung aufzunehmen.

Die aktuelle Befragung erfolgte vor Bekanntgabe des «Prämienschocks». Die Tendenz zum Kassenwechsel hat sich aber auch ohne diese Nachricht weiter fortgesetzt. Rund ein Fünftel der Befragten hat in den letzten 5 Jahren die Kasse gewechselt. Weitere 5 Prozent erwägen den Schritt. Grund ist mehrheitlich die Prämienentwicklung. Während Schweizerinnen und Schweizer in früheren Jahren «aus Tradition» einer Kasse lange die Treue hielten, hat das Angebot an Leistungen deutlich an Gewicht gewonnen. Setzen sich die beobachteten Trends fort, ist es möglich, dass dieses Argument in 1 bis 2 Jahren der Hauptgrund für den Verbleib bei einer Krankenkasse sein wird.

Prämiensystem im Grundsatz unbestritten
Das heutige System mit Kopfprämien und Risikoausgleich ist unbestritten (90% bzw. 87%). Deutliche Mehrheiten plädieren für einkommensabhängige Prämien und Franchisen sowie für Belohnungen bei Nichtbeanspruchung von Leistungen und gesundheitsförderndem Verhalten in Form eines Bonus. Die generelle Erhöhung von Franchisen und Selbstbehalt stösst aber auf wenig Gegenliebe. Die Zustimmung zwischen 19 Prozent und 27 Prozent ist klar nicht mehrheitsfähig.

Müssten die Stimmberechtigten angesichts der Sparanstrengungen bestimmen, wo mehr bzw. weniger Geld hin fliessen sollte, so würden sie den Hebel bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen ansetzen (57%). Die höchste Sympathie geniesst nach wie vor die Spitex. Ihr würde jede dritte befragte Person mehr Mittel zugestehen. Nur 24 Prozent würden bei den Medikamenten sparen. 81 Prozent wünschten sich, dass für die Erforschung von neuen Medikamenten gleich viel oder gar etwas mehr Geld verfügbar wäre (62% bzw. 19%).

Vertragsobligatorium unangetastet
Einschränkungen bei den Wahlfreiheiten sind generell nicht beliebt. Wie im Vorjahr besteht bei einer knappen Mehrheit Bereitschaft zu Konzessionen bei Therapiefreiheit und Spitalwahl, wenn damit Prämiensenkungen verbunden wären. Abstriche beim Zugang zu innovativen Medikamenten aus Kostengründen stossen auf zunehmend stärkere Ablehnung (64%) und auch ein Abbau des Leistungskataloges steht nicht zur Diskussion (5% Zustimmung).

Ärzte glaubwürdigste Leistungserbringer, Pharma positiv besetzt
Seit über zehn Jahren führen die Ärztinnen und Ärzte die Rangliste der Leistungserbringer hinsichtlich Kompetenz und Verantwortung an. Dicht dahinter folgen Apotheker und Pharmaindustrie. Ausgesprochen positiv wird die Pharmabranche in folgenden Punkten beurteilt: Sie gilt als gute Arbeitgeberin (95%) und als Motor der Exportwirt-schaft (93%). Unbeeinflusst von der Diskussion um die Medikamentenpreise sind 84 Prozent der Befragten der Meinung, dass grosse Gewinne in der Pharmaindustrie notwendig sind, um die Forschung zu finanzieren.

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28. Mai 2009

Roland Schlumpf wird neuer Kommunikationsverantwortlicher bei Interpharma

Roland Schlumpf, der bisherige Leiter der Bundeshausredaktion des Tages-Anzeigers, wird am 1. September die Leitung der Kommunikationsstelle bei Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, übernehmen und in der Geschäftsleitung des Verbandes Einsitz nehmen. "Wir freuen uns, dass wir mit Roland Schlumpf einen Medienprofi mit grosser Erfahrung bei Print- und elektronischen Medien für die Verstärkung unseres Kommunikationsteams haben gewinnen können," sagt Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma. Roland Schlumpf war als Journalist u.a. für die Neue Zürcher Zeitung, den Tages-Anzeiger und das Radio DRS tätig und ist Ökonom.

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19. März 2009

Medikamentenpreise - Interpharma fordert einen runden Tisch

Die forschenden Pharmafirmen der Schweiz sind interessiert an einer nachhaltigen Lösung zur Regulierung der Medikamentenpreise in der Schweiz und fordern, Teile der gescheiterten KVG-Revision rasch auf Verordnungsebene umzusetzen. An einem runden Tisch sollen das BAG, die Krankenkassen und die Pharmaindustrie zu Lösungen kommen. Die am Donnerstag von santésuisse und einigen Parlamentariern vorgestellten Forderungen sind widersprüchlich, stellen den Zugang zum therapeutischen Fortschritt in Frage und schiessen damit weit über das Ziel hinaus.

Die Pharmaindustrie hat in den vergangenen Jahren einen grossen Beitrag geleistet, damit die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und dem vergleichbaren Ausland praktisch eliminiert und die Kosten im Gesundheitswesen gedämpft werden konnten. Als Folge der im Pharmabereich ergriffenen Massnahmen liegen die Fabrikabgabepreise von Originalpräparaten in der Schweiz heute sogar gemäss den Angaben von santésuisse leicht unter jenen in den wirtschaftlich vergleichbaren Ländern. Mit einer Kostensteigerung von nur 5.3 Prozent zwischen 2004 und 2007 ist auch die Kostenentwicklung bei den Medikamenten deutlich unter der Kostenentwicklung der Krankenversicherung.

Dennoch haben die forschenden Pharmafirmen der Schweiz von sich aus die Initiative für eine nachhaltige und langfristige Lösung der Preisregulierung ergriffen. Sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für den Pharmastandort in der Schweiz ist es wichtig, dass der therapeutische Fortschritt in der Schweiz auch in Zukunft bei der Erstattung angemessen berücksichtigt wird. Da dieser Grundsatz bereits heute auf Verordnungsebene geregelt ist, setzt sich Interpharma dafür ein, die unbestrittenen Teile der im letzten Jahr gescheiterten KVG-Revision ebenfalls auf Verordnungsebene zu regeln. Dazu gehören namentlich folgende Punkte:

- Künftig sollen auch patentgeschützte Medikamente alle drei Jahre neu überprüft werden:
- eine Überprüfung des Länderkorbs, wobei am Grundsatz der "wirtschaftlich im Pharmabereich mit der Schweiz vergleichbaren Länder" festgehalten werden muss, was insbesondere für Italien nicht zutrifft;
- eine Überprüfung bei Erweiterung der Indikation.

Am von Interpharma geforderten runden Tisch müssen auch die Preisbildung bei Generika und die Problematik von Währungsschwankungen beim Preisvergleich mit dem Ausland zur Sprache kommen. 

Nach Ansicht von Interpharma sollte eine Anpassung der Verordnungen bis zum Sommer möglich sein, damit deren Umsetzung spätestens Anfang 2010 einen Beitrag zur Dämpfung der Kosten und Prämien leisten kann. Die an der Medienkonferenz von santésuisse und einigen Parlamentariern geäusserten Vorschläge schiessen jedoch weit über das Ziel hinaus. Teils sind die Vorschläge widersprüchlich (lineare Preissenkung vs. Erweiterung des Länderkorbs), teils sind sie nicht oder nur schwer praktikabel (Dynamisierung des differenzierten Selbstbehalts wäre patientenfeindlich und könnte die Therapietreue in Frage stellen), teils stellen sie den Zugang zum therapeutischen Fortschritt grundsätzlich in Frage (die automatische proportionale Preissenkung bei Indikationserweiterungen würde Gesuche für neue Indikationen verhindern).

Statt Politik mit dem Lautsprecher, wie es santésuisse betreibt, würde es Interpharma begrüssen, wenn das Bundesamt für Gesundheit die Krankenkassen und die Industrie zu einem runden Tisch einlädt, damit eine Änderung der Verordnungen rasch angegangen werden kann.

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14. November 2008

Die forschende Pharmaindustrie fordert auf Innovation fokussierte Wirtschaftspolitik

Die forschende Pharmaindustrie der Schweiz ist heute einer der Motoren für Wohlstand, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Dank ihrer Innovationskraft, Forschung und Exporten ist die Schweiz heute weltweit einer der wichtigsten Pharmastandorte. Ihr Verband Interpharma feiert in diesen Tagen sein 75 jähriges Bestehen.

Basel, 14. November 2008 - Das Jubiläum des Verbandes ist Anlass zur Reflexion über den aktuellen Zustand und die Zukunft. Im historischen Ambiente des Basler Pharmazie-Historischen Museums gaben führende Vertreter von Actelion, Merck Serono, Novartis und Roche denn auch ihrer Freude und ihrem Stolz über das Erreichte Ausdruck. Gleichzeitig formulierten sie ihre Vision für eine Schweizer Pharmaindustrie, welche das Potenzial hat, auch im Jahr 2020 eine treibende Kraft und Quelle für Wohlstand, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu sein, und formulierten Rahmenbedingungen als Voraussetzung dafür, dass die Chancen auch genutzt werden können.

Damit ihre «Vision 2020» von einem weltweiten Spitzenplatz des Denk- und Werkplatzes Schweiz Realität bleiben kann, fordert die Branche eine Wirtschaftspolitik, welche den Fokus auf Innovation legt und sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung Exzellenz fördert und belohnt. Staatliches Handeln muss vermehrt daraufhin überprüft werden, ob es diese Schlüsselfaktoren fördert oder behindert genauso, wie es heute Umweltverträglichkeitsprüfungen gibt und Berichte über Nachhaltigkeit. Ein erstklassiges regulatorisches Umfeld und die Gewährung des raschen Zugangs zu innovativen Arzneimitteln im Rahmen der Krankenversicherung sind dabei ebenso wichtig wie der Einsatz für einen starken Schutz des geistigen Eigentums in der Schweiz wie im Ausland.

«Rohstoff Wissen» - das Buch zum Jubiläum
Karl Lüönd, der bekannte Autor und Publizist, hat die Geschichte der forschenden pharmazeutischen Industrie aufgearbeitet. Seine faszinierende Entdeckungsreise von den Farbenküchen für die lokale Seidenbandindustrie Basels im 19. Jahrhundert zu den global tätigen Biotechnologieunternehmen von Weltruf erzählt die Geschichte einer Branche, welche wie keine zweite vom Wissen abhängig ist und es zu nutzen versteht.

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Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel