
Der neue Impfstoff wirkt jedoch anders: Er wird bei Patienten eingesetzt, die bereits an Prostata erkrankt sind. Der Impfstoff aktiviert das Immunsystem des Patienten, das dann stärker als zuvor gegen die Tumorzellen vorgeht.
Die neue Immuntherapie könnte vor allem Patienten zugute kommen, bei denen der Tumor entfernt wurde oder bei solchen, bei denen der Krebs noch nicht oder nicht mehr aktiv ist. Um herauszufinden, bei welchen Patienten der Impfstoff am besten wirkt, werden nun weitere Studien durchgeführt.
Quelle: www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm210174.htm
In den vergangenen Monaten gab es gleich zwei interessante Neuigkeiten für MS-Patienten. Eine Forschungsgruppe des Universitätsspitals Basel unter der Leitung von Professor Ludwig Kappos präsentierte im Januar 2010 die Studienergebnisse für einen neuen Wirkstoff gegen Multiple Sklerose. Dieser zeigt gegenüber herkömmlichen Behandlungen nicht nur eine bessere Wirksamkeit, sondern hat zudem den Vorteil, dass er als Tablette eingenommen werden kann und nicht gespritzt werden muss.

Der Wirkstoff vermindert im Vergleich zu einem Placebo die Häufigkeit der MS-Schübe um 54 bis 60 Prozent. Auch die mit der Multiplen Sklerose verbundene Behinderung konnte während der zweijährigen Studie mit den getesteten Dosierungen um etwa einen Drittel vermindert werden.
In einer zweiten, gleichzeitig publizierten Studie wurde der Wirkstoff während eines Jahres mit der herkömmlichen Interferon-Therapie verglichen. Da alle Interferon-Präparate im Magen-Darm-Trakt empfindlich auf Magensäure reagieren, werden sie entweder unter die Haut oder in das Muskelgewebe gespritzt. Auch hier zeigte sich, dass die Häufigkeit von Schüben gegenüber der Interferon-Kontrollgruppe um 38 bis 52 Prozent nachliess. Beide Studien wurden an über 1200 Patienten durchgeführt. In einem nächsten Schritt folgt nun ein Antrag für eine Marktzulassung des Wirkstoffs.
Schutz vor Entzündungen
Noch länger dauern wird es bis der kürzlich entdeckte Wirkstoff eines Forschungsteams der Universität Genf in einem Medikament zur Anwendung kommen könnte. Das Forschungsteam um Patrice Lalive untersuchte die Wirksamkeit des Wachstumsfaktors HGF (Hepatocyte growth factor) bei Mäusen, die an einer bestimmten Form von Multipler Sklerose (MS) litten. Die Forscher beobachteten in Tieren mit grossen Mengen HGF im Hirn positive Veränderungen: Das Immunsystem hinderte entzündungsauslösende Zellen daran, ins Nervensystem einzudringen und schwächte so die Krankheitsschübe ab. Zudem schützte der Wachstumsfaktor die Zellen des zentralen Nervensystems und begünstigte gar deren Reparatur. Die neue Therapie soll nun am Menschen untersucht werden.
Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems in Mitteleuropa. In der Schweiz sind rund 10 000 Personen betroffen.
Quellen:
New England Journal of Medicine/doi: 10.1056/nejmoa0909494
New England Journal of Medicine/doi: 10.1056/nejmoa0907839
Proceedings of the National Academy of Sciences/doi: 10.1073/pnas.0912437107
Medienmitteilungen Universität Basel, Universität Genf