1. Managed Care
Die bisher diskutierten Managed-Care-Modelle sprechen ein minderheitliches Potenzial an, mit Akzentsetzung bei der jüngeren Generation und bei Männern. Die Erwartungen der Politik und der Schweizer Stimmberechtigten an die Neu-erung sind nicht deckungsgleich, insbesondere nicht bei der freien Arzt- und Spitalwahl und den daraus entstehenden Folgen für die Krankenkassenprämien. Ein erhöhter Informationsbedarf zu den Absichten erscheint angezeigt.
2. Generelle Werthaltungen
Der Wettbewerbsdruck auf die Leistungserbringer im Gesundheitswesen soll durch marktwirtschaftliche Anreize erhöht werden. Erwartet wird, dass so ein Beitrag zur Kostenkontrolle geleistet werden kann. Der Verlagerungstendenz der Kosten in Richtung vermehrter Eigenverantwortung wird aber zunehmend der Riegel geschoben.
3. Gesundheitsmarkt
Der Globalisierung des Gesundheitsmarktes werden klar Grenzen gesetzt. Die Medikamentenkontrolle soll national bleiben, zentraler Akteur im Gesundheitswesen soll der Kanton sein.
4. Eigene Gesundheit
Die subjektive Gesundheit der Befragten hat sich nach Jahren der kontinuierlichen Verschlechterung wieder stabilisiert. Man geht weniger häufig in eine medizinische Behandlung; wenn man diese jedoch in Anspruch nimmt, erwartet man die bestmögliche und nicht die günstigste Behandlung.
5. Apotheken
Apotheken erscheinen als sehr nützliche Berater, welche die Notwendigkeit des Gangs zur Ärztin oder zum Arzt verringern. Mit den neuen Gebühren für die Beratung werden sie aber verstärkt unter dem Kostenaspekt betrachtet.
6. Medikamente
Die Bereitschaft, Medikamente für Bagatellen selbst zu berappen, sinkt. Generell ist man angesichts hoher Krankenkassenprämien skeptisch, immer mehr medizinische Leistungen selber bezahlen zu müssen.
7. Prämienentwicklung
Es wird unverändert damit gerechnet, dass sich die Prämien für die Krankenkassen nach oben entwickeln. Die Hoffnung auf Stabilisation ist weitgehend verschwunden.
8. Geld für Leistungserbringer
Man ist deutlich vorsichtiger geworden, mehr Geld für alle Leistungserbringer zur Verfügung stellen zu wollen. Am ehesten noch macht hier die Spitex eine Ausnahme. Weniger Geld möchte man bei der Verwaltung der Krankenversicherer einsetzen.
9. Pharmazeutische Forschung
Die Bereitschaft nimmt ab, im Interesse der landeseigenen Forschung höhere Medikamentenpreise als im Ausland zu bezahlen. Das trifft eines der Hauptargumente der Pharmaindustrie zentral. Ihr Beitrag zur Lebensqualität, zur medizinischen Versorgung und zur wirtschaftlichen Prosperität werden klar gesehen.
10. Bilanz KVG
Eine volatile Mehrheit bilanziert die Auswirkungen des KVG als positiv. Das gilt für alle Parteilager. Der grösste Einwand bleibt bei den Kosten.